1. Abschnitt "Blocks"


Ein bisher landwirtschaftlich genutzter, weiträumiger Hang am Rande Dresdens wird Ende der 70er Jahre urbanisiert und für die Stadterweiterung erschlossen. Der Bau beginnt. Nachdem die ersten Wohneinheiten fertig gestellt sind, beginnt Anfang der 80er Jahre der Bezug, während die Bauarbeiten noch für mehrere Jahre andauern und eine funktionierende Infrastruktur noch weitgehend fehlt. Es ziehen überwiegend junge Familien mit Kindern ein, für die die neuen Wohnungen eine enorme Verbesserung der Wohnqualität bedeuten. Es gibt lange Wartelisten, Eigeninitiative wird gefordert und geleistet. Es herrscht Aufbaustimmung: der "Start" der jungen, gerade erst gegründeten Familien "ins Leben" verläuft mit dem Aufbau des Neubaugebietes parallel. Für die (Klein-)Kinder bietet die Baustelle Spielplatz und die Erfahrung eines bisher nicht gekannten städtischen Umfeldes. Ihr "Start ins Leben" ist ebenfalls mit einem kollektiven Aufbaugefühl verbunden. Kindergarten und Einschulung sind fundamentale Erfahrungen und Markierungspunkte jeder Biographie. Für die Gorbitzkinder verbindet sich diese Erfahrung mit der Wahrnehmung dieses besonderen ästhetischen Impulses, den "Blocks" und der oft noch lange Improvisationscharakter des Umfeldes bieten. Für Eltern und Kinder ist der Mangel aber nicht Zeichen des Niedergangs, sondern mit der Verheißung einer Vollendung verbunden.

 










 
 
(c) 2006 Uta Hergert, Marcel Raabe